Brandanschlag auf Unterkunft für Geflüchtete in Alsbach-Hähnlein

Gestern Nacht wurde ein Molotowcocktail auf eine Unterkunft für Geflüchtete in Alsbach-Hähnlein geworfen. Zum Glück wurde keine der Bewohner*innen dabei verletzt.

Seit 2015 gab es noch einen bisher unaufgeklärten Brand in einer Unterkunft in Heppenheim und vor Unterkünften in Viernheim und Hemsbach wurde mit Schreckschusspistolen geschossen. 1992 ist eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka bei einem Brandanschlag in Lampertheim ermordet worden.

Rassismus tötet!

http://www.fr-online.de/kriminalitaet/polizei-alsbach-haehnlein-brennende-flasche-auf-fluechtlingsunterkunft-geworfen,25733026,35133966.html

Unser Kommentar zum Echo Artikel vom 02.01. über die AfD Bergstraße

„Echo Online“ berichtet, dass AfD Abgeordnete im Bergsträßer Kreistag bedroht werden würden. Mitunter dürfte es eines der schlechteren Arbeiten der Zeitung dieses Jahr werden.

Warum wird der AfD ein Podium geboten, um wilde Behauptungen aufzustellen? Wird jedes Mal, dass ein AfD Abgeordneter mit der parlamentarischen Arbeit überfordert ist eine wilde Geschichte zur Begründung folgen und ungeprüft vom Echo weiterverbreitet werden? Ansonsten berichtet der Echo doch auch nicht über die kruden rechtsaußen Ansprachen vom AfD Landessprecher Rolf Kahnt aus Bensheim bei Parteiveranstaltungen mit Frauke Petry oder Alexander Gauland, warum ist also plötzlich dieses Thema berichtenswert?

Am unerträglichsten finden wir, dass die AfD allen Ernstes in der Zeitung behaupten kann, dass „die Antifa“ (was auch immer das sein soll..) von staatlichen Geldern finanziert wird, und das kommentarlos von der Zeitung übernommen wird, ohne eine Richtigstellung vorzunehmen. Das gleiche hatte erst vor kurzem Thomas Arend und die gesamte AfD Darmstadt behauptet (wir berichteten), nämlich das Gegendemonstrant*innen 75€ pro Person erhalten würden, um gegen die AfD zu demonstrieren. Rolf Kahnt (und die AfD) behauptet schon seit langem immer wieder Opfer böser Unbekannter zu sein, Beweise wurden freilich noch nie geliefert (siehe z.B. ein Bild aus 2015 ).

 

rolfkahntantiantifa

 

Wir würden uns von dem Echo mehr seriöse und faktenbasierte Berichterstattung wünschen, anstatt nur unkommentiert die Meinung der AfD Bergstraße und wilde Verschwörungstheorien wiederzugeben.

Mit seriösem Journalismus hat dieser Artikel leider nichts zu tun:

http://www.echo-online.de/lokales/bergstrasse/kreis-bergstrasse/afd-kreistagsabgeordnete-bedroht–partei-berichtet-von-drei-faellen-an-der-bergstrasse_17579598.htm

AfD Darmstadt gegen kritische Öffentlichkeit und Frauen

Die Irrungen und Wirrungen der AfD Darmstadt gehen weiter. Ihr Verständnis von Medienfreiheit zeigten sie nun mit einem Antrag durch den Stadtverordneten Olaf Sigmund, welcher beim Verwaltungsgericht eine Einstweilige Anordnung gegen die Tonaufnahmen von Radio Darmstadt bei Sitzungen des Stadtparlaments beantragt hat.

Noch weiter hat es ihr neu gekürter Kandidat für die Oberbürgermeister*inwahl, der Rechtsanwalt Hans Mohrmann, getrieben. Dieser macht aus seiner Frauenverachtung auf Facebook keinen Hehl, und forderte schon unter anderem die Abschaffung des Frauenwahlrechts. Insbesondere mit Muslima scheint er Probleme zu haben.

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Kommentar zur Pressemitteilung des DGB-Bensheim zur Arisierung des Kaufhaus Ganz in Bensheim

An dieser Stelle möchten wir die PM des DBG-Bensheim vom 31.08. dokumentieren und ihnen für ihre wichtige Arbeit danken. Darin werden weitere Belege geliefert für die lange Zeit bekannte Arisierung des ehemaligen jüdischen Kaufhauses Zacharias Jacoby während des Nationalsozialismus durch Ernst Ganz und Karl Birkenmeier, welche das heutige Kaufhaus Ganz in Bensheim gündeten. Besonders hervorheben möchten wir an dieser Stelle, dass das Kaufhaus nach sich steigernden antisemitischen Angriffen auf die jüdische Bevölkerung weit unter Wert gekauft wurde, sowie das Ernst Ganz von 1933-1945 Mitglied der NSDAP und weiterer NS-Organisationen war.

Die PM kann in voller Länge unter dem folgenden Link gelesen werden:

https://loefflergblog.wordpress.com/2016/10/10/kaufhaus-ganz-ehemals-juedisches-geschaeft-zacharias-jacoby/

Der Starkenburger Echo hat dazu schon berichtet:

https://loefflergblog.files.wordpress.com/2016/10/starkenburger-echo-zum-kaufhaus-ganz-vorgeschichte.pdf

Tatjana Steinbrenner, welche derzeit mit ihrer Schwester in dritter Generation das Familienunternehmen leitet, gab folgendes Zitat in dem Artikel:

„Wir wollen uns der Vergangenheit stellen.“

Das ist sehr erfreulich und wir begrüßen dies an dieser Stelle ausdrücklich. Es besteht noch heute viel zu wenig Wissen in der Bevölkerung über die Geschichte des erst während dem Nationalsozialismus geschaffenen Kreis Bergstraße, und dessen NSDAP Kreisleitungsstadt Bensheim.

Jedoch zeigte das Unternehmen in der Vergangenheit keine vergleichbare Bereitschaft sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Die Gründungsgeschichte des Kaufhauses wurde bisher vollkommen unkritisch wiedergegeben. So wurde ein Bild auf Facebook gepostet, welche die Mitarbeiterinnen vor dem Kaufhaus im Jahr 1941 zeigt. Im Hintergrund lässt sich eindeutig ein SS Plakat für die „Leibstandarte Adolf Hitler“ erkennen (https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/anwerbeplakat-der-waffen-ss-1942.html):

kaufhausganz1941

Nach einer Berichterstattung dazu unsererseits wurde das Bild entfernt. Im Zuge von kritischen Kommentaren unsererseits zu Presseberichten zum Jubiläum kam es auch zu einem persönlichen Gespräch mit Frau Steinbrenner, wobei eine solche Bereitschaft sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen nicht gezeigt wurde. So wurde im Gegenteil eher auf die saubere Übernahme des Geschäfts während des Nationalsozialismus gepocht. Das oben gezeigte Bild wurde bei einer Reihe von Plakatwerbung des Kaufhauses noch letztes Jahr genutzt. Auf unsere Nachfrage hin wurde lediglich das SS Plakat im Hintergrund überstrichen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte sieht anders aus.

Eine Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt der Geschwister-Scholl Schule finden wir äußerst begrüßenswert. Hierdurch kann eine weitere, längst überfällige Aufarbeitung der NS-Geschichte und der Schoah erreicht werden, sowie das Wissen an jüngere Generationen weitergegeben werden. Eine kritische und andauernde Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ist angesichts des derzeitigen rechten Terrors in der ganzen Bundesrepublik aktueller denn je. Wir hoffen, dass das zu weiteren Aufarbeitungen führen wird.

Wir untersützen jedes Anliegen, an die Geschichte des jüdischen Kaufhauses in einem Schaufenster oder mit einer Gedenktafel zu gedenken. Allerding glauben wir nicht, dass erst wieder Monate oder Jahre dabei vergehen sollten. Die Aufarbeitung ist mehr als überfällig und sollte nicht weiter in die Länge gezogen werden. So wäre es zum Beispiel möglich an die Geschichte anzuknüpfen und eine Veranstaltung zur Pogromnacht am 09.11. durchzuführen oder zu unterstützen. Es wurde schon lange genug verschwiegen, vertuscht und verfälscht.

 

 

 

Kommentar zu den aktuellen Aktivitäten der AfD Darmstadt

Die AfD Darmstadt hat ein Problem: jede ihrer Veranstaltungen im September wurden von ausschließlich friedlichen Protesten begleitet und ihre Außenwirkung stark eingeschränkt. Das versetzt die AfDler in Rage, weshalb sie dann auch gerne anfangen vor allem junge Protestierende zu stumpen und abzufotografieren.

Bei ihrer Bürgersprechstunde am 27.09. im Justus-Liebig-Haus verloren sie endgültig die Kontrolle, als Protestierende kurzzeitig ihren angemieteten Saal mit Sprechchören wie „Nationalismus raus aus den Köpfen“ übernahmen (insgesamt beteiligten sich ca. 200-250 Menschen an Protesten vor und in dem Haus). Die alten Herren und eine Frau der AfD rasteten aus und fingen an, die Protestierenden zu schubsen, einer versuchte mehrfach zuzuschlagen, der Fraktionsvorsitzende Siegfried Elbert versuchte zwei Mal mit einem Megaphon hörsturze herbeizuführen (er hielt es direkt an die Ohren von Protestierenden während ein lauter Signalton ertönte), der Sprecher Jürgen Firsching stumpte mit aller Kraft Personen von hinten und die zunächst einzig anwesende Frau „verletzte“ ihren Finger selbst, als sie Personen rabiatt anging (zwei Sanitäter*innen des Roten Kreuzes wurden gerufen, um ihr einen kleinen Pflaster an einem Finger anzubringen).

Die AfD Darmstadt, wie sie auch immer wieder bei Gesprächen betont, wähnt sich im Bürgerkrieg. Deshalb versuchen sie bei jeder Veranstaltung Bilder von Protestierenden zu machen, so zuletzt auch am 04.09. und am 10.09. (hier wurde Jürgen Firsching von der Polizei dazu aufgefordert, seine Bilder zu löschen). Sinn der Bilder ist einen öffentlichen Pranger für ihre politischen Gegener*innen zu schaffen. Bei der Bürgersprechstunde tat sich diesmal vor allem der Stadtverordnete Thomas Arend hervor, der unmittelbar nach der Veranstaltung einige Bilder und mind. zwei Videos von dem Protest auf seiner Facebookseite hochgeladen hat. Dazu behauptete er, dass es eine staatlich finanzierte Antifa gibt, die Protestierenden von den anderen Parteien der Stadt Darmstadt geschickt worden wären und dafür 75€ erhielten. Auch die Polizei habe sie im Stich gelassen. Die AfD Darmstadt hat sowohl auf ihrer Hauptseite bei Facebook, als auch auf der Fraktionsseite diese Bilder geteilt und mit einem Fahndungsaufruf nach einem Protestierenden versehen. SympathisantInnen der AfD ließen unter den Bildern ihren Mordphantasien freien lauf und posteten Kommentare wie „gas geben“ und „spritze geben“. Warum regt sich die AfD Darmstadt über angebliche Gewalt gegen sich auf, um dann selbst Drohungen zu verfassen und Gewaltaufrufe auf ihrer Facebookseite unkommentiert zu lassen?

Die AfD Darmstadt selbst beschrieb die Protestierenden auf Facebook als „linke Faschisten“ und legitimiert damit die Gewaltaufrufe. So bleibt am Ende nicht nur festzuhalten, dass die AfD in ihren Beschwerden über die Bürgersprechstunde dreist lügt (und eine klassische Täter-Opfer umkehr betreibt), sondern vor allem dass sie sich als Opfer einer geheimen Verschwörung der sonstigen Parteien und der Polizei sieht. Wer als Stadtverordneter glaubt, dass Menschen nur gegen sie protestieren, weil sie von der Stadt Geld erhalten haben sollen, ist sicherlich nicht ganz zurechnungsfähig.

Wir sind uns sicher, dass auch weiterhin jede Veranstaltung der AfD Darmstadt von Protest begleitet wird, weil die Partei eine nationalistische, rassistische, sexistische und klassistische Politik betreibt.

Gestern erschien dazu auch nochmal ein Artikel im Darmstädter Echo: http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/dgb-wir-lassen-polizei-nicht-beleidigen_17367800.htm

Rechte Verbindungen bei der AfD Bergstraße

Wie aus dem folgenden Artikel des „Starkenburger Echos“ hervorgeht ist Thilo Stumpf von der extrem Rechten „Freie Liste Biblis“ aktives Mitglied der AfD Bergstraße. Ein weiteres AfD Mitglied, Klaus Hofmann, saß zudem von 1993-2007 für die Republikaner im Kreistag. Die Mitgliedschaft wurde Hans-Peter Fischer (Anführer der Liste, ehemaliger Republikaner und Mitglied der NPD, aktiv bei der Wiking Jugend)  verwehrt, so auch die Zusammenarbeit mit seiner für die Kommunalwahl 2016 gegründeten „Freie Liste Bergstraße“.

http://www.echo-online.de/lokales/bergstrasse/kreis-bergstrasse/afd-wir-dulden-keine-rechtsausleger_16957429.htm

Interview bei Radio X zur Kommunalwahl 2016

Gestern wurden wir von dem  Magagzin „Arbeit-Bildung-Soziales“ bei Radio X in Frankfurt  zur extremen Rechten im Kreis Bergstraße bei der Kommunalwahl am 6. März interviewt. Im Beitrag wird auf Freie Kameradschaften, Freie Liste Biblis / Bergstraße, NPD, REPs und auch auf die AfD eingegangen.

Hier der Link zum nachhören:

http://absmagazin.de/Members/niels/ank-bergstrasse-zur-kommunalwahl-hessen-2016

Radio X kann an der Bergstraße unter dem DAB+ Kanal C11 empfangen werden.